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 Willkommen bei den Rotklingen

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AutorNachricht
Tarien
Rottenmeister


Anzahl der Beiträge : 2
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BeitragThema: Willkommen bei den Rotklingen   So Okt 15, 2017 5:49 pm

ÜBER DIE ROTKLINGEN

Es war ein heisser Tag in Sturmwind, als der Ritter Sir Tarien Düstersturz die Bekanntschaft mit der Hochelfe machte. Er selbst hatte sich – wie so oft – am Übungsplatz eingefunden um seine Fertigkeiten mit dem Schwert zu verfeinern und zu perfektionieren. Jeden Tag ein bisschen mehr. Sie war aus dem Nichts aufgetaucht, völlig lautlos. So stand sie am Zaun und beobachtete ihn, trug dabei die typische Kluft einer thalassischen Waldläuferin. Umhang, Kapuze, Leder und viel Haut. Er selbst hatte sich für eine Brustplatte entschieden, die seine Arme und Schultern frei liess. Selbst für einen Ritter war der Paladin überdurchschnittlich kräftig, was man auch sehen konnte. Kein Wunder allerdings, wenn man stets an der Front kämpft und seinen Schild gegen Gegner hebt, die ihn an Körpermasse und Grösse meist überragten. Das ging jedoch bei Weitem nicht immer gut aus, was man an dem zerfurchten Gesicht eindeutig sehen kann. Die Narben auf seiner linken Gesichtshälfte sowie der Bart verliehen dem Ritter etwas verruchtes. Schweiss rann von seiner Stirn, während er sein Schwert hob und es zurück in die Scheide auf seinem Rücken schob. Gegen jenen Anflug geballter Männlichkeit war die Hochelfe ebenso immun, wie er immun gegen jene typische Freizügigkeit der Waldläuferin war.

„Ihr seid schnell...“, stellte sie fest, sie hatte ihn eine Zeit lang beobachtet, „ich hielt es schon immer für ein Gerücht, dass Muskeln den Körper in seiner Beweglichkeit einschränken.“

„Muskeln wachsen nur, wenn man sie bewegt. Folglich trainiert man nicht nur seine Muskeln, sondern auch seine Beweglichkeit.“, bestätigt der dunkle Ritter mit monotoner Stimme, sein Gesicht war dabei derart ausdruckslos, dass Varime fast ein wenig gekränkt wirkte. Normalerweise reagierten Männer anders auf sie.

„Sir Tarien Düstersturz!“, flötete sie mit ihrer hellen Stimme und stolzierte um ihn herum, um ihn von allen Seiten betrachten zu können.

„Und Ihr seid...?“, misstrauisch blieb er stehen. Normalerweise gehörte er zu der anständigen Sorte, die eine Dame grüsste, wenn sie ihn denn ansprach. Aber an ihr war etwas anders... Irgendwas sagte ihm, dass sie das Schwert, welches sich an ihrer fast nackten Taille gegen ihren Körper schmiegte durchaus zu benutzen wusste.
„Ich bin Lady Delas Varime Sheala Varamthe An’Telas“, sprach sie dann mit ihrer hellen Stimme, die dem Klang eines teuren Instruments nachkam. Sie blieb vor ihm stehen, die blauen Augen auf ihn gerichtet und strich ihre Kapuze zurück. Dabei entliess sie mit sachtem Kopfschütteln die schneeweisse Haarpracht, die sich seidig glänzend und schimmernd über ihre Schultern und ihren Rücken ergoss, wie ein zart fliessender Bach. Genauso, wie er durch und durch Mann war, war sie durch und durch Frau. Hochelfen eben.

„Ich bin hier, weil ich mich den Rotklingen anschliessen will.“, fügte sie dann hinzu, „und ich hörte, Ihr könntet mir weiterhelfen. Ich hatte ein kurzes Vergnügen mit der Priesterin, allerdings war sie in Eile.“

Tarien zog die Brauen zusammen. Noch eine Hochelfe bei den Rotklingen. Die letzte Elfe hatte bereits für einigen Aufruhr gesorgt und war der Grund, warum Aron kaum noch sprach und Noralie sich zuhause verkroch.


„Wisst Ihr überhaupt, was wir tun?“, fragte er sie dann in keineswegs bissigem Tonfall. Nach wie vor klang seine Stimme monoton und weder sonderlich begeistert noch gross verärgert. Generell war es selbst für Varime schwierig, seine Mimik richtig deuten zu können, hatte er doch kaum eine. Er zeigte seine Gefühle nicht über seine Gesichtsausdrücke. Zumindest nicht bei ihr. Das war eine Herausforderung. Varime mochte Herausforderungen.
„Seht mich an, Sir Düstersturz. Ich bin eine Hochelfe, das heisst Ihr dürft davon ausgehen, dass ich keine Stümperin bin und ein gewisses Mass an Intelligenz besitze, wenn ich das mal so sagen darf.“, sie beherrschte die Gemeinsprache perfekt, sprach sie sogar von 'Hochelfe' und nicht von 'Quel’dorei', ein vorbildhaftes Beispiel an Integration, auch wenn sie immernoch diesen gewissen Akzent hatte, der durchscheinen liess, dass ihre Muttersprache Thalassisch war: Sie rollte das ‚R‘.

„Ihr seid ein Trupp von Söldnern und setzt euer Schwert für Bares ein. Ich selbst bin nicht gerade mittellos aber ich setze gerne mein Schwert ein und wenn ich dafür bezahlt werde, dann spielt mir das natürlich in die Karten.“

Er kniff die Augen kurz zusammen und betrachtete sie. „Wir sind keine mordlustigen Verrückten, wir tun, was nötig ist, um unsere Ziele zu erreichen. Ich selbst, setze mein Schwert ungern ein.“

„Ihr werdet feststellen, dass ich mein Schwert sehr gerne einsetze. Ich tue gerne, was ich gut kann, dazu gehört das Töten.“, erwiderte sie daraufhin für Tarien viel zu gleichgültig. Sein Blick verfinsterte sich.

„Aber!“, sie hob den Zeigefinger, „nur weil ich es gerne tue, heisst das nicht, dass ich es tue, ohne nachzudenken. Sollte es einen Weg geben, gewisse Dinge ohne blutvergiessen zu regeln, bin ich ebenso gewillt, diesen Weg zu gehen, wie Ihr das seid, Paladin. Meine Zunge ist im Reden ebenso gewandt, wie mein Schwert im Kampf.“, sie wippte dabei zweimal mit den Augenbrauen und zeigte ein strahlendes Lächeln, das imstande war, Männerherzen schmelzen zu lassen. Jedoch nicht Tariens Herz. Sein Blick hat sich allerdings wieder normalisiert.

„Wir sind kein gewöhnlicher Söldnertrupp. Wir sind weder Gauner, noch gedungene Mörder. Wir ziehen nicht von Dorf zu Dorf um Bauern zu schlachten und sie auszurauben. Wir setzen uns für das Licht ein, für die Armen, für die Schwachen, für jene, die unsere Hilfe brauchen. Auch, wenn sie uns nicht bezahlen können. Jeder der sich in seiner Not an uns wendet, soll Hilfe bekommen.“, sagte der Paladin und umschloss sein linkes Handgelenk auf dem Rücken mit seiner rechten Hand. Seine Haltung machte deutlich, dass er Soldat ist oder einst war, da er Ritter und Paladin war vermutlich sogar in einer höhergestellten Position.

„Ich sagte bereits, es mangelt mir nicht an Bargeld, sondern an Beschäftigung. Wenn ich nicht bald die Möglichkeit bekomme, eine Waffe zu schwingen, verliere ich den Verstand in dieser Stadt, die voll mit einfältigen Narren ist.“, beklagte sie sich.

„Lasst mich raten... Ihr wart am Kathedralenplatz?“

„Ja, dort trifft sich Hinz und Kunz. Allerdings auch... Irgendwelche übergrosse Worgen, die mit Sicherheit Steroidmissbrauch betreiben, vermummte Gestalten, denen man nicht trauen sollte, mit denen sich aber dennoch eine überraschend grosse Anzahl 'jungfräulicher' Frauen einlässt. An dem Brunnen hocken depressive Gestalten und die Wache meint jeden in ein Kreuzverhör nehmen zu müssen, der nicht gleich die ganze Lebensgeschichte ausplaudern will. Und oben vor dem Eingang steht eine gewaltige Anzahl ehrfurchtgebietender Ritter, die in ihren Rüstungen zwar aussehen wie frisch aus dem Laden, allerdings dumm sind wie Bohnenstroh und vermutlich noch nie ein Schwert geschwungen haben. Sie tragen ihre Rüstung wohl auch nur, um das andere – oder in manchen Fällen auch, wie ich vermute, dasselbe – Geschlecht zu beeindrucken.“

Die Hochelfe war Tarien direkt sympathisch.


„Lasst Euch nicht täuschen Lady Delas Varime Sheala Var..“

„Ihr müsst mich nicht beeindrucken, ich weiss, dass Ihr Euch meinen Namen merken konntet, Ihr seid kein Narr, soviel steht fest. Nennt mich Varime!“, unterbrach sie ihn.

„Na schön, Varime. Lasst Euch nicht täuschen. Wir sind nicht alle so. Bei den Rotklingen werdet Ihr solche....“, er schien nach dem richtigen Wort zu suchen, „... Individuen nicht finden.“

„Das freut mich zu hören. Also? Bedarf es einer Demonstration meiner Fähigkeiten oder muss ich irgendeine lächerliche Mutprobe wie das Essen eines Käfers über mich ergehen lassen? Sagt es mir, dann können wir das endlich hinter uns bringen.“, ihre leyblauen Augen leuchteten kurzzeitig etwas heller auf. Ihr Blick konnte beunruhigend sein, wenn man sich dessen nicht gewohnt war. Als Ritter war Tarien es jedoch gewohnt, angestarrt und inspiziert zu werden. Sowohl vom Adel, als auch vom Pöbel. Darum machte ihm das nicht sonderlich viel aus und er konnte sich denken, was sie mit ihrem Blick vermutlich bezwecken wollte.

„Reist nach Goldhain und verbringt eine Nacht in dem Gasthaus dort.“, spricht er und sein Mundwinkel zuckt kurz. Tarien besass jene Art von Humor, die man als rabenschwarz betrachten konnte.

„Klingt einfach! Ich werde Euch morgen wieder aufsuchen!“, mit jenen Worten wollte sie sich dann abwenden um ihre Aufgabe zu erfüllen.

Tarien begriff erst jetzt, dass er mit einer Hochelfe sprach, die neu in der Stadt war und vermutlich nicht jeden Witz über gewisse Establishements sofort begriff.

„Haltet ein, Varime, das war ein Witz.“

„Ich verstehe nicht.“

„Goldhain ist ein... Nun.. Wir Rotklingen halten uns fern von Goldhain.“

„Warum?“

„Weil wir einen Namen und einen Ruf haben, den wir in jeder Situation zu wahren versuchen.“

„Und wa...“, sie schien zu begreifen und ein schiefes Grinsen suchte ihre perfekten Züge heim, „..ah! Goldhain ist ein Freudenhaus.“

„Wir verstehen uns. Verstehen wir uns auch, was das andere betraf?“

„Nicht in Freudenhäusern blicken lassen, keinen Unfug anstellen, sich seriös verhalten. Schon klar. Sir Düstersturz ich erlebe nun bereits zum 957. Mal einen Sommer, haltet Ihr mich für ein Kind? Ich werde den Namen der Rotklingen nicht in Verruf bringen.“

„Ich halte Euch keinesfalls für ein Kind oder für beschränkt, ich weise Euch nur darauf hin. Ausserdem wird Aron erfreut sein, wenn Ihr bereits einige unserer Regeln und Pflichten kennt.“

„Also keine Mutprobe?“, hakte sie nach.

„Keine Mutprobe!“, bestätigte Tarien.

„Keine sonstige Narretei?“

„Keine!“

„Wer ist Aron?“

„Unser Anführer. Ich werde Euch zu ihm bringen, er wird Euch alles weitere erklären, Euch mit einem Wappenrock und einem Gnomcorder ausstatten, sowie Euch bei Gelegenheit Kargstein zeigen.“


„Gnomcorder..“, sie schmunzelte amüsiert über diese Art von Kommunikationsmittel. „Was ist Kargstein?“

„Das ist unsere Siedlung. Sie befindet sich im Dämmerwald. Es wird Euch dort gefallen.“

„Daran habe ich keinen Zweifel!“, sie bedeutete ihm dann mit einem gebieterischem Wink ihrer Hand, doch voranzuschreiten. „Bringt mich zu diesem Aron, dann können wir diese Angelegenheit hinter uns bringen. Je schneller ich Eure Reihen verstärken kann, desto besser. Ich denke, Ihr werdet nicht enttäuscht sein.“

„Davon bin ich überzeugt.“, erwiderte der Paladin monoton, klang also ganz und gar nicht überzeugt, aber das war nunmal seine Art zu kommunizieren. Mit jenen Worten schritt er dann mit geräuschvollen Schritten - rasselnde Geräusche, die Plattenstiefel auf steinigem Boden nunmal verursachen - zum Büro der Rotklingen im Zwergendistrikt, wo sich Aron Winter grösstenteils aufhielt

„Ihr seid verheiratet.“, merkte die Elfe an, bemerkte sie doch den glänzenden Ring an seinem Finger. Adleraugen hatte sie wahrhaftig.

„Da liegt Ihr richtig. Noralie ist ebenfalls ein Offizier der Rotklingen und meine Frau.“


„Ebenfalls ein Offizier. Das heisst es gibt mindestens einen weiteren?“

„Ja. Der andere Offizier bin ich selbst.“


Varime ging ein Licht auf. Darum zeigte ihr weiblicher Charme also keine Wirkung bei dem Mann. Er war unwiderruflich verliebt. Zumindest DAS bewies die Aufrichtigkeit und die Ehrlichkeit des Paladins. Er hatte bei ihr nicht einmal den Blick schweifen lassen. Sie nickte für sich und wusste, dass sie hier einiges würde lernen können. Über Vertrauen, Zusammenarbeit, Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und vielleicht sogar Liebe. Sie atmete tief durch und setzte einen entschlossenen Gesichtsausdruck auf. Zum ersten Mal, seit sie in Sturmwind angekommen war, verspürte sie das Gefühl, dass sie hier zuhause sein könnte. Dass ihre lange Reise endlich ein Ende hatte.

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